Walled Garden - Die Befreiung - Der Versuch

geschrieben am Mittwoch, 11. Juli 2018 um 14:17 Uhr.

Ihr benutzt Google Drive, Google Keep, Youtube, WhatsApp und Facebook? Dann haben 2 Firmen ziemlich viele Daten von euch. Ich habe auch ewig diese ganzen Produkte genutzt, doch jetzt versuche ich endlich mich davon (zumindest zum Teil) zu lösen. Zu allem gibts Alternativen. Dabei möchte ich aber nicht auf Angebote wie Dropbox wechseln, wo ich wieder keinen Zugriff auf meine Daten habe und nicht weiß, wie die da alles im Hintergrund implementiert haben.

Für eine Definition und mehr Informationen über Walled-Gardens gerne diesen Beitrag lesen, der euch gleich noch mehr über WhatsApp-Alternativen erzählt. Nun habe ich mich über die letzten Wochen viel mit Open-Source Alternativen zu den oben genannten Produkten beschäftigt und habe auf einem einzigen Raspberry-Pi 3 B+ nun verschiedene Server laufen, welche für meinen kleinen Bekanntenkreis an Leistung völlig ausreicht.

Als Alternative für Dropbox und Drive kommt Nextcloud zum Einsatz. Für WhatsApp habe ich Prosody als Server aufgesetzt und als Client lege ich meinen Bekannten Conversations nahe, wobei sie dank der offenen Standards noch andere Programme nutzen können (vor allem aber auch am PC ohne Smartphone). Als Lastpass-Ersatz habe ich das Plugin Passman in der Nextcloud liegen, welches ebenfalls eine Android-App und ein Chrome-Plugin bereitstellt, sodass ich auf keinen Komfort verzichten muss und trotzdem vollen Zugriff auf meine Daten habe.

Das Tolle dabei ist, dass ich meinem ganzen Bekanntenkreis nun diesen Komfort bereitstellen kann und sie den gleichen Komfort und Datensicherheit erhalten. Natürlich muss man sich von nun an informieren und Updates einspielen und ein kleiner Administrator (im Sinne von Wartung) sein, aber dafür kriegt man auch die volle Portion Sicherheit, Erfahrung und technisches Hintergrundwissen.

Die Einarbeitung und das (eher schnelle / oberflächliche) Audit der einzelnen Softwarepakete war zwar Zeitaufwendig, aber hat mir viel über die Funktionsweisen gezeigt. Die Konfiguration, besonders Prosody, war aber sehr kleinschrittig und hatte viel Trial-and-Error. Ich konnte leider nicht immer genau das Einstellen, was ich wollte. Jedoch hat sich meist herausgestellt, dass dies aus bestimmten (meist sicherheitsrelevanten) Gründen nicht zu empfehlen sei und es daher nicht gehen dürfe. So ist bei Prosody jede einzelne Funktion, welche man nachreicht, auf eine Domain beschränkt, sodass es ganz schön umständlich war mit den Domains und der Konfiguration derselbigen. Aber nun läuft das alles und wird nur noch gewartet von mir. :) Bisher eine sehr saubere Erfahrung (auch von meinen Bekannten).

Natürlich werde ich immernoch auf Produkte wie Android oder Youtube zurückgreifen, aber durch die Minimierung der Daten an die -Kraken fühle ich mich persönlich schonmal sicherer und die brisantesten Informationen liegen in meiner Hand und garantiert verschlüsselt. Dieses Gefühl ist sehr befriedigend.