Gesichtserkennung in Öffis

geschrieben am Mittwoch, 25. Oktober 2017 um 00:31 Uhr.

Da wird was in Berlin geprobt und es wird so hingestellt als gäbe es keine Gegenwehr! Es ist doch einfach schwach zu sagen, dass nach 3 Monaten (bei 6 monatiger Laufzeit) die Kritik abgeflaut ist und das ja dann dafür sprechen muss, weil die Kritiker bemerkt haben müssen das ihre Argumente schwach waren.

heise.de zitiert:

Die öffentliche Fahndung nach “Terroristen, nach Gefährdern, nach schweren Straftätern” könne durch Gesichtserkennungsprogramme [..] massiv verbessert werden.

Die Kritiker haben lang genug auf die Probleme aufmerksam gemacht! Jetzt bereiten sie sich darauf vor, die Ergebnisse dieses “Probelaufs” in 3 Monaten auseinanderzureißen! Und nichts anderes als eine Farce wird die Auswertung sein! Niemals wird darin stehen, dass die Polizei viel mehr Daten von den täglich Reisenden aufgenommen hat und deren Abläufe analysieren kann noch das diese Daten nicht noch für ganz andere Sachen verwendet werden kann (z.B. zur Überwachung). Außerdem wird darin sicher nichts zu Datensicherheit stehen noch der Datenübertragung von der Kamera zu den Servern, wo die Daten verarbeitet werden.

Ich warte nur auf die erste News, wo drin steht:

Datenleck bei Polizei: Tagesablauf von tausenden Deutschen analysierbar von Kriminellen nach Datenleck.

Was alles von uns nur anhand von einigen wenigen Kameras schon ablesbar ist! Ich kann mir vorstellen, dass bereits 3 Kameras in unserem täglichen Leben ausreichen um fast unseren gesamten Tagesablauf, sowie große Teile unserer Persönlichkeit offenzulegen. Vorstellbar ist eine Kamera nahe der eigenen Wohnung, dem häufig besuchten Supermarkt und die nächste Bushaltestelle. (Mir ist klar, dass im Moment nur über die Kameras an öffentlichen Verkehrsmitteln geredet wird. Aber der Weg zu allen Kameras im öffentlichen Leben ist doch wahrlich kein weiter.) Anhand dieser Informationen kann man ohne Probleme viele Informationen ziehen und ob wir das wollen, bezweifel ich!

Außerdem: Natürlich ist niemand der 300 Testpersonen abgesprungen! Die haben sich freiwillig gemeldet und kriegen wahrscheinlich dafür auch Geld. Und 300 Leute ohne Prinzipien oder der Aussage “Ich hab doch nichts zu verbergen” zu finden, ist wahrlich und vor allem nicht in Belin besonders schwer.

Schauen wir doch, wo das hinführt. Ich hoffe, dass Logbuch Netzpolitik das in 3 Monaten mal auseinandernimmt und der CCC uns gut darüber informiert.